Die Logbücher des Stilpiraten

ILogbücherch bin kein Freund halber Sachen. Da ich viel Gutes über das Logbuch Vietnam gelesen hatte, habe ich es gleich mitbestellt, als der Stilpirat (aka Steffen Böttcher) das Logbuch Ghana veröffentlichte (Link zum Shop). Hier meine Sicht auf beide Bücher:

Reisen ist grundsätzlich gut, Reisen bildet, erweitert den Horizont und lässt zumindest mich immer mit guten Gefühlen heimkehren. Ich lerne auch immer wieder zu Schätzen, wie gut es mir in Deutschland geht, wie klein die Alltagsproblemchen sind. Wenn ich von einer Reise wiederkomme, vergeht nicht viel Zeit und ich plane die Nächste. Wie wunderschön, dass meine Lebensgefährtin genauso denkt.

Gut, wie kriege ich jetzt den Schwenk zu den Logbüchern? Keine Ahnung, aber der Stilpirat vermittelt in seinen Büchern ein sehr wohltuendes, offenes und persönliches Gefühl von Reisen. Jenseits vom durchgeplanten all-inclusive-Urlaub am Strand machte er sich ohne großen Plan auf den Weg nach Ghana und (ein Jahr früher) nach Vietnam, Übernachten bei einheimischen Familien, essen dort wo die „locals“ essen und die Reise nicht durch Standard-Reiseführer bestimmen lassen. Dorthin gehen, wo nicht jeder hingeht. Weitergehen, wo mancher vielleicht umgekehrt wäre. Hut ab vor diesem Mut! Ich muss zugeben, dass ich doch eher der „Planer“ bin, ich bereite mich gerne vor (was mich wiederum von meiner Freundin unterscheidet und zusammengenommen eine gute Mischung ist).

Es mag sein, dass vor Allem durch spontanes Reisen die Geschichten entstehen, die der Stilpirat in seinen Büchern erzählt. Egal ob er darüber schreibt, wie er in Ghana ausgeraubt wurde oder dass er mit den Essgewohnheiten der Vietnamesen nicht wirklich klarkommt. Die Bücher sind ungeschönt und ehrlich. Eben keine „Superduperwow Hochglanzreiseberichte“ sondern Geschichten von Herzen mit Bildern die dazu wundervoll harmonieren. Und was für welche! Urlaubsmotive, die Fernweh wecken, Alltags- oder Straßenfotografien, die das Leben in den Ländern (sofern ich das beurteilen kann) perfekt wiedergeben, stilvoll arrangiert und eben angereichert mit den schönen Kurzgeschichten. Es sind schöne, kleine Häppchen Text, ich habe beide Bücher kurz nachdem sie mich erreichten geradezu verschlungen. Verpackt ist das Ganze in einem angenehmen Format, Hardcover versteht sich, das Papier (natürlich KEIN Hochglanz) passt super zum analogen Bildlook, der mich ein wenig neidisch macht. Und ich liebe doppelseitige Panoramen!

lb2Gibt es was zu Meckern? Angesichts der Tatsache, dass ich nach meiner „Sammelbestellung“ (eine Bekannte orderte ebenfalls ein Logbuch Ghana) eine Mail bekam, ob ich eine Widmung in den Büchern haben möchte, könnte man meinen: „Stilpirat, du hast mich um den Finger gewickelt.“ Aber als knallhart unparteiischer Blogger im Sinne der Leser (hüstel) muss ich auf zwei Dinge hinweisen: Es gibt das Paket mit Film (Geschichten aus Ghana von Valentin Schüle zum Download) für einen 10er Aufpreis, „OK, nehme ich mit“. Irgendwie ein bisschen doof, dass ich kurz nach der Bestellung erfahren habe, dass es den Film auch auf Vimeo zu Schauen gibt. Ich blickte nochmal in meine Bestellung: OK, es sind noch 8 Slideshows dabei, die man sonst nirgendwo findet. Außerdem sollte man sich im Klaren sein, dass man die Texte schon teilweise vom Blog kennt, wenn man diesen regelmäßig verfolgt. Hierzu muss ich aber erwähnen, dass ich es zu schätzen gelernt habe ein Buch in den Händen zu halten, darin zu Stöbern und eine ganze Menge Bilder zu betrachten, die auf dem Blog noch nicht veröffentlicht wurden. Haptik, ganz „oldschool“ eben. Die Geschichten habe ich trotz des gewissen deja-vu-Effektes bei der ein oder anderen Passage ohne Ausnahme gelesen.

Alles in allem bleibt es natürlich bei einer Empfehlung. Ich weiß garnicht, wem ich die Bücher nicht empfehlen würde. Bildbände sind vielleicht Equipment für Fortgeschrittene. Sie kitzeln die Kreativiität und wecken die Inspiration, wohingegen mancher Ausrüstungsgegenstand nach dem ersten Ausprobieren in der Fototasche versauert: Mehr Bildbände statt neuer Gimmicks! Gedankenreise, Kopfkino, abschweifen und abschalten: „Stilpirat, du hast es doch geschafft mich um den FInger zu wickeln.“ Beide Bücher wecken die Sehnsucht sofort meine Klamotten, die Kamera zu Packen und mich gleich auf die Reise zu begeben.

2 Gedanken zu „Die Logbücher des Stilpiraten

  1. Thomas Schmidt

    Hallo Herr Schwarze!

    Wenn Sie Ihr Logbuch Vietnam verkaufen wollen, hätte ich Interesse. Ich suche überall nach einem Exemplar als Geschenk zum Geburtstag für meine Frau am 20.03.

    Mit freundlichen Grüßen

    Thomas Schmidt

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    1. Matthias Beitragsautor

      Hallo!
      Da muss ich leider enttäuschen. Das Buch gehört fest zur Sammlung. Sorry!

      Antworten

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