Meine Canon EOS 7D (Oder: Warum nicht die 70D?)

Die 450D und ich bei Folklore Wiesbaden

Angefangen hat die Fotografie bei mir mit einer Canon EOS 450D. Als ich im Sommer 2013 aufbrach zu Folklore in Wiesbaden war die Kamera natürlich auch dabei. Vor oder während den Konzerten wusste ich noch garnicht, wohin es führen wird… Ich wusste nur: Die 450D ist nicht mehr die Neueste, reicht aber zumindest bei Tageslicht aus. So war es dann auch: Als die Sonne unterging, musste ich mit dem ISO-Wert hoch und die Bilder rauschten. Doof!
Nachdem ich den Entschluss gefasst hatte die Fotografie ernsthafter zu betreiben sprach ich Paddy an, ob ich ihn fotografieren darf. Als seine Zustimmung kam, dachte ich: „Die Konzerte sind alle Abends, also stehst du immer vor schwierigen Lichtsituationen.“ Wie bereits erwähnt hatte ich das unglaubliche Glück, dass mein Vater mir seine EOS 7D für ein Paddy-Konzert, mein erstes Portrait-Shooting und eine Hochzeit lieh. Natürlich war ich von der Kamera und den Bildern begeistert. Im Vergleich zur 450D ist die 7D eben ein großer Sprung. Canon brachte quasi zeitgleich die EOS 70D heraus, auf die hatte ich ein Auge geworfen. Die Spezifikationen waren Musik in meinen Ohren:

  • Schwenkbarer Touchscreen
  • Eine neue Fokustechnologie, die das Filmen mit DSLRs einfacher macht.
  • ISO bis 25.600: Wooohoooo
  • WLAN

Ich konnte es kaum erwarten das Teil in den Händen zu halten. Gerade Touchscreen fand ich spannend und wenn man nebenbei noch gute Filmchen produzieren kann, ist das sicher auch nicht verkehrt. Ich fieberte dem Tag entgegen, dass das Teil endlich in die Läden kam (Meine Freundin kann ein Lied davon singen).

Und dann war es soweit: Canon-Tage bei Besier-Oehling, Schwerpunkt: Die neue EOS 70D! Juhu! Nach der Arbeit schnell die Tasche in die Ecke gefeuert und los! Ich konnte es kaum erwarten. Leider konnte ich sie nicht leihen um sie wirklich ausgiebig zu testen, war aber länger im Laden und testete auch mit verschiedenen Objektiven. An und für sich war ich überzeugt, hatte mir aber vorgenommen das Konto nicht zu überlasten und auf das Ende des Monats zu warten. Wir verließen also mit leeren Händen den Laden, gingen etwas Shoppen und eine Kleinigkeit Essen. Ich war abwesend. In meinem Kopf kreisten die Gedanken bis mein Schatz sagte: Wenn du jetzt eh an Nichts anderes denkst, dann kauf sie dir! Bezahl mit Kreditkarte und Alles ist gut. In dem Moment wusste ich (mal wieder): Du hast die Richtige! Auf dem Heimweg schwebte ich voller Freude wieder in den Laden. Pustekuchen! Ausverkauft! Das eine Modell, das ich in den Händen hielt war reserviert. Der Abend war gelaufen.

Am folgenden Wochenende konnte ich wieder mal die 7D von Paps befingern. Ich überlegte und erinnerte mich: 70D, 7D? Was tun? Beides tolle Kameras. Ich durchstöberte das Netz und schaute mir nochmal ein Ausstellungsstück der 70D live an. Die Entscheidung fiel dann doch relativ schnell: Die 7D wird meine neue Kamera.

Aber warum doch die Wende? Zum Großteil aus einem ganz einfach Grund: Die 7D liegt mir Shoppingbesser in der Hand, es fühlt sich einfach besser an und sie macht auf mich, nicht zuletzt wegen des Magnesiumgehäuses, einfach einen anständigeren Eindruck. Ich habe keinerlei Testberichte zu beiden Kameras gelesen bin aber später auf dieses Video gestoßen, welches meines Erachtens die 70D hervorragend bespricht.

Darüber hinaus war die 7D gebraucht (wie neu) ein gutes Stück günstiger (gut 300 Euro) als der Body der 70D. Eine Ersparnis in nahezu der gleichen Höhe wie der Preis für mein 17-50/2.8 Objektiv von Tamron! Vielleicht ist die 7D bzgl. der ISO-Performance nicht ganz so gut, wie die 70D, aber beide deutlich besser als meine alte 450D. Das neue Fokus-System? Ich dachte mir: Wenn du jetzt mit Fotografie durchstarten willst, macht es wirklich Sinn dir noch den Klotz „Videographie“ ans Bein zu heften, inkl. all der Nachbearbeitung? Sicher nicht! WLAN? Ist sicher cool, aber ich kann die 7D auch per USB an mein MacBook hängen. Und wie oft braucht man es wirklich? Gibt es Situationen, die du fotografieren möchtest, wo du dringend WLAN benötigst? Mir ist keine eingefallen. Touchscreen? Habe ich nie vermisst! Bei der 7D kann ich über den „Q“-Knopf schnell sämtliche relevante Parameter schnell verändern. Darüber hinaus habe ich vernommen, dass der Touchscreen auch gerne mal auf die Nase reagiert. Sowas würde mich sehr ärgern. Also auch ein verzichtbares Feature.

Letzendlich bin ich nach gut einem halben Jahr mit der 7D sehr zufrieden. Klar, mehr ISO kann man sich immer wünschen, aber ansonsten fällt mir Nichts ein, was mich an der Kamera stört, wo ich sagen würde: Wenn dies und jenes in einem neuen Modell verfügbar ist, schlage ich zu. Sicher, irgendwann werde ich auf Vollformat umsteigen (wollen) und dann gibt es sicher eine aktualisierte 5D Mark III, wahrscheinlich mit WLAN und neuem Fokus-System. Aber das ist schlicht eine andere Liga, meine Linsen teilweise garnicht für Vollformat geeignet und das Sparschwein noch lange nicht voll genug. Die 7D soll erstmal Geld verdienen.

Für mich das Wichtigste beim Kamerakauf: Ausprobieren, Ausprobieren, Ausprobieren. Nicht nur im Netz Testberichte und Foren wälzen, sondern in den Laden gehen und Anfassen. Oder jemanden auftreiben, der das interessante Kameramodell besitzt und einfach mal fragen, ob man sich trifft oder man es ausleihen kann. Letztendlich muss man mit der Kamera zurecht kommen und das findet man am besten durch Testen heraus.

7 Gedanken zu „Meine Canon EOS 7D (Oder: Warum nicht die 70D?)

  1. Sebastian Wagner

    Also ich hab die 70d, sie hat leider bei sehr Lichtstarken Objektiven 1.8 und kleiner einen Autofokus Fehler. Aber ansonsten ne super Klasse Kamera. Funktioniert immer, Fernauslöser via iOS App und sensationell schöne scharfe Videos. Gefühlt 1000x besser als mit meinem ehemaligen 3500.- € teuren Proficamcorder Sony HDR-FX 1. Für mich sind die neuen DSLRS eh perfekt. Fallen nicht so auf wie eine Videokamera, haben mit Magic Lantern alles was man braucht und es geht keine Zeit mehr zum digitalisieren drauf. Speicherkarte in den Rechner und Filmschneiden. Perfekt.

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  2. tom

    Danke für den Beitrag! Genau diese Überlegungen stelle ich auch gerade ab. 7D oder doch 70D, hat immerhin 2 MP mehr. Aber ich denke, ich werde mir auch eine 7D zulegen, macht einfach einen besseren Eindruck. Oder bereust du deine Entscheidung schon?

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    1. Matthias Beitragsautor

      Danke für die Rückmeldung! Ich bereue überhaupt Nichts. Bin sehr zufrieden mit der 7D.

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  3. Joe

    Hallo Matthias;
    auch wenn der Beitrag von dir schon etwas älter ist, danke dafür. Toll geschrieben, ich bin voll und ganz bei dir. Ich bin auch so ein DSLR Used Hopper, alles fing an in 2006 mit einer EOS 300D usw., aktuell steige ich von einer EOS 50D auf eine Used 7D um, bin schon gespannt.
    VG
    Joe

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    1. Matthias Beitragsautor

      Danke für das Lob! Ich sage heute noch: Die 7D ist die beste Kamera um günstig ins obere Segment einzusteigen. Wenn man die Linsen nicht vernachlässigt… Viel Spass mit dem neuen Schätzchen!

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  4. Katharina

    Hi,
    Toller Bericht :)
    Ich fotografiere seit über 2 Jahren mit der Canon EOS 600D und würde ganz gerne umsteigen.
    Ich fotografiere hauptsächlich in der Natur und ansonsten nur Partys (–> super schlechtes Licht; immer mit Blitz).
    Tja, mit meinen Objektiven bin ich super glücklich.
    Zugang zur 70D und 7D hab ich. Sind auch preislich für mich machbar, kann mich nun aber überhaupt nicht entscheiden.

    Irgendwelche Tipps für mich vielleicht?

    Grüßchen

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    1. Matthias Beitragsautor

      Ich bin mit der 7D immer noch happy und vermisse nichts. Filme mache ich mit ihr so gut wie nicht. Deswegen vermisse ich die Filmfeatures der 70d nicht. Die 7D ist sehr robust und schnell, das mag ich immer noch.
      Musst du wohl selbst entscheiden :-)

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