Warum (und wie) ich (noch) mit Aperture arbeite

Aperture„Ohne Lightroom kannstes Knicken.“ – „Wie, du hast kein Lightroom?“ – „Also, wenn das was werden soll, brauchst du Lightroom.“ – Solche oder ähnliche Aussagen habe ich gehört, als ich anderen Fotografierenden von meinen Plänen erzählte, die Fotografie ernsthaft zu betreiben und ein Business aufzuziehen. Adobe Lightroom ist schlicht und ergreifend der Standard, wenn es um Bilderverwaltung und -Bearbeitung geht. Klar, es gibt Digital Artists, für die Photoshop wichtiger ist. Der etwas umständliche Titel verrät es schon: Ich nutze Apples Aperture und möchte in diesem Blogpost schreiben warum und wie.

Vor vielen, vielen Jahren habe ich mir meinen iMac gekauft. Mit iPhoto kam ich irgendwie nicht klar. Zu sehr hing ich an der guten, alten Ordnerverwaltung, wie man sie von Windows kennt. Irgendwann erhielt ich den Tipp mir Aperture anzuschauen. Die Verwaltung über Projekte kommt der Ordnerstruktur schon sehr viel näher. Hinzu kam die für mich vollkommen neue Datenbankstruktur. D. h. es gibt keine Ordner mit Bildern, sondern alle Bilder sind in einer Datenbank gespeichert. Nachteil: Es ist etwas umständlicher die Bilder zu bewegen. Bevor man z. B. ein Foto per Mail verschickt muss man es erst exportieren. In diesem Schritt lege ich aber die Auflösung, Qaulität fest, die die spätere Datei haben soll: Ich habe immer die maximale Größe in Aperture. Sobald ich Bilder Anderen bereitstelle kriegen die meistens die volle Auflösung und eine kleinere Variante (Für Mails, Faceook etc.) sortiert zur Verfügung gestellt. Ein Klick, fertig. Besser alsfrüher, wo ich immer wieder temporär Bilder verkleinert habe und die anschließend gelöscht habe. Die Vorteile der Datenbank überwiegen! Und somit wären wir bei meiner Arbeitsweise.

Für dich habe ich leider keinen Stern

SterneWenn ein Shooting abgeschlossen ist, importiere ich die Bilder nach Aperture. Nach dem Importvorgang fragt Aperture, ob die Bilder gelöscht werden sollen! NEIN! Die Speicherkarte wird erst gelöscht, wenn ich die Bilder in Aperture gesichtet habe und das Backup gelaufen ist. Soviel zum Thema Datensicherheit. Wenn vor dem Importvorgang etwas schief läuft, habe ich eben Pech. Dann geht es los mit der Auswahl: Ich gebe jedem Bild, was ich irgendwie verwenden könnte oder möchte einen Stern. Einen Stern vergebe ich großzügig: Wenn ich mich bei einem Motiv nicht entscheiden kann, kriegen beide einen Stern. Die Bilder ohne Stern werden nach einigen Wochen gelöscht um Speicherplatz zu sparen. Je nachdem, um welche Art Bilder es sich handelt, vergebe ich im zweiten Schritt z. B. drei Sterne. Das sind dann z. B. die Bilder, die das Model bekommt. Sind die Bilder relevant für das Portfolio gibt es 5 Sterne, was das Maximum ist. D. h. ich habe in dem Projekt „Modelname“ auf einen Blick alle guten Bilder des Models. In dem übergeordneten Ordner habe ich alle Top-Shots meiner bisherigen Modelshootings. Aber: Ich habe immer eine große Auswahl des jeweiligen Projekts (1-Sterne-Bilder) für was auch immer. Ähnliche Vorgehensweise bei Urlaubsbildern: Zur Vorauswahl 1 Stern, die besten
AnpassungenBilder eines Trips haben 3 Sterne und wenn ich in das 5 Sterne Album schaue, sehe ich aus jedem Urlaub wenige Bilder, habe in der Summe aber eine schöne Kollektion. Aber die Sortierung geht noch weiter: Wenn die „guten“ Bilder bearbeitet sind, gibt es noch die Schlagwörter: Hier kann ich einzelnen oder mehreren Bildern ein Schlagwort zuweisen. Das nutze ich sehr gerne für Flickr, indem ich ein Album anlege, welches mir dann alle markierten Bilder für Flickr zeigt. Oder ich sehe z. B. alle Urlaubsbilder, die ich in Ruhe bearbeiten möchte, obwohl der Urlaub schon einige Zeit her ist und muss sie mir nicht aus dem ganzen Album raussuchen.

Und wie läufts in Aperture?

Ist die Auswahl getroffen, sind die Regler (siehe auch mein Beitrag Vorher/Nachher), die ich verwende oft die gleichen: Kontrast, Helligkeit, Belichtung, Definition, Lebendigkeit, Sättigung, Schwarzpunkt und natürlich der Weißabgleich. Bei Landschaften, die ich im Urlaub aufgenommen habe kommen oft noch einzelne Regler für definierte Farben hinzu. Das sind die Einstellungen, die für das gesamte Bild gelten. layerEinzelne Stellen bearbeite ich durch Aufhellen, Abdunkeln und Scharfzeichnen. Einzelne Stellen, z. B. Hautunreinheiten werden retuschiert. Wirklich lieben gelernt habe ich die Möglichkeit, dass über die bereits bearbeiteten Stellen eine Art Layer gelegt werden kann, um zu sehen, ob alles so bearbeitet wurde, wie ich es mir wünsche. Hier am Beispiel meiner Wenigkeit. Sieht schon lustig aus.

Warum kein Umstieg auf Lightroom?

Wie oben schon erwähnt: Profis und solche, die es werden wollen nutzen Lightroom. Ich hatte Aperture schon lange genutzt, als ich die Entscheidung traf die Fotografie auf ein anderes Level zu heben. Zwar ohne RAW-Bilder und ich nutze auch die o. g. Sortierung wesentlich einfacher, aber ich war mit dem Programm und dessen Möglichkeiten einigermaßen vertraut. Dann war die Frage einfach: Wenn du jetzt anfängst, dich in ein neues Programm einzuarbeiten, welche Auswirkungen hat das auf dein Ergebnis? Auf jeden Fall würde die Nachbearbeitung mehr Zeit beanspruchen. Und das wäre nicht nur unnötig, sondern ich mag es auch nicht Bilder extrem verspätet zu liefern. Ich dachte, es wäre wichtiger Dingen wie „Models finden“, „Locations suchen“, Bloggen und Marketing etc. pp. mehr Zeit einzuräumen, als das Erlernen einer neuen Software, wo ich doch das Handwerkszeug bereits kenne und habe.

Sicher, ich werde früher oder später Lightroom ausprobieren und wahrscheinlich auch dabei bleiben. Gelegentlich konnte ich einen Blick darauf werfen und habe schon Vorteile erkannt. Aber es bleibt dabei: Momentan fehlt mir einfach die Zeit mich ordentlich in Lightroom einzuarbeiten. Und so lange bleibe ich bei Aperture.

Ein Gedanke zu „Warum (und wie) ich (noch) mit Aperture arbeite

  1. Pictorius

    Geht mir genauso! Ich nutze als Windows-User ACDSee, und zwar die uralte Version 3.0! Ja, es stimmt, dieser in die Jahre gekommene Bildbetrachter kann Vieles nicht, was bei modernen Bildverwaltungsprogrammen Standard ist. Aber es gibt eine nette Funktion, die Bildbeschreibung heißt. Da gebe ich die Bildbewertung ab, statt einem Stern in deinem Fall, ein *. Bei besseren Bildern zwei ** usw. Ähnlich verhält es sich mit Stichwörtern, die ich einfach dahinter schreibe. Das Programm erfüllt seinen Zweck und ist super schlank. Die Suche gestaltet sich bei mehreren Tausend Bildern auf meiner Platte sehr schnell. Bildbearbeitung, ob JPEG oder RAW, mache ich anschließend in Photoshop.

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